Hl. Elisabeth

Elisabeth von Thüringen

Der nachfolgende Text ist im Winter 1996-97 entstanden. Die Texte haben die Schüler/innen der Klasse 3a der Elisabethschule geschrieben, gesetzt und als Buch gedruckt. Auch die Bilder haben sie mit Moosgummistempeln selbst gedruckt. Geholfen haben ihnen die Klassenlehrerin Frau Brehmer, die Praktikanten Ellen Rösner und Stephan Wege, sowie Manfred Blieffert von der Kunstschule.

Die Geschichte:
Elisabeth von Thüringen und wir

Vor ca. 800 Jahren lebte im fernen Ungarland ein König. Er hieß Andreas. Seine Frau hieß Gertrud. Der König und die Königin hatten ein Mädchen, das hieß Elisabeth (geboren 1207).

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Schon mit vier Jahren kam die Königstochter Elisabeth aus Ungarn nach Eisenach auf die Wartburg und wurde dort mit dem Grafensohn Ludwig von Thüringen verlobt.
Sie sollte Landgräfin von Thüringen werden. Elisabeth war ein ganz besonderes Kind. Manchmal wurde sie mitten im lauten Spiel ganz nachdenklich und still. Wenn Ludwig dann fragte: Was hast du?”, antwortete sie: “Ich bete.”
Als sie 14 Jahre alt war, heiratete sie Ludwig IV. Das war im Jahre 1221.

Die Hochzeit wurde mit aller Pracht gefeiert. Ludwig sagte: “Ich werde die Wartburg vergrößern lassen.” Darüber war Elisabeth sehr glücklich, weil sie sich jetzt Gott noch näher fühlte.

Eines Tages kehrte Ludwig von einer kurzen Reise zurück, als ihm sein jüngerer Bruder Heinrich Raspe entgegen ritt. Als Elisabeth ihren Mann umarmte, rief Heinrich “Ludwig, pass auf, Elisabeth wird uns allen den Tod bringen.

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Sie hat einen Aussätzigen in dein Bett gelegt:” Schnell ritt Ludwig mit Elisabeth auf die Burg um zu sehen, ob Heinrich Raspe die Wahrheit gesagt habe. Elisabeth führte Ludwig ins Schlafzimmer und zeigte Ludwig den Aussätzigen, den sie schon mehrere Tage gepflegt hatte und sagte: “Schau ihn dir an!”
Ludwig sah den Schwerkranken erschrocken an. Er bemerkte, dass der Mann in seinem Bett dem Gekreuzigten in der Kapelle sehr ähnlich war. Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen und er sagte: “Was für ein lieber Gast. Er soll bei uns bleiben und gepflegt werden.”

Die Verwandten flüsterten: “Jetzt verliert auch der Landgraf den Verstand. Wie soll das nur enden?”
Ludwig aber hielt immer zu seiner Frau. Er sagte: “Elisabeth lebt so, wie wir leben sollten.” Als eines Tages eine Hungersnot ausbrach, verkaufte Elisabeth all ihre Schätze, ja sogar die silberne Badewanne aus Ungarn. Mit dem Geld ließ sie Brot kaufen und verteilte es an alle, die Hunger hatten.
Am Rand der Stadt ließ Elisabeth ein Krankenhaus bauen. Sie pflegte selbst auch die Kranken. Das kostete sehr viel Geld. Ludwigs Verwandte warnten oft: “Das kann kein gutes Ende nehmen. Sie verschleudert all dein Hab und Gut.

Einmal kehrte Ludwig von einer fröhlichen Jagd zurück. Als er Elisabeth begrüßte, zeigte er ihr ein Kreuz, ein ganz besonderes Kreuz. Wer dieses Kreuz vom Kaiser angenommen hatte, musste mit ins heilige Land in den Krieg ziehen. Dieser Krieg wurde Kreuzzug genannt.

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Elisabeth wurde sehr traurig, weil sie große Angst um das Leben ihres geliebten Mannes hatte. Als er am nächsten Tag in den Krieg zog, begleitete ihn Elisabeth mit ihrem Pferd bis zum Abend.
Nachdem sie mit rot geweinten Augen auf die Wartburg zurückkehrte, zog sie ihre bunten Kleider aus und trug nur noch dunkle Kleidung. Als ob Elisabeth es geahnt hätte! Noch bevor ihr drittes Kind geboren wurde, erreichte sie die Todesnachricht ihres Mannes Ludwig. Eine Fieberseuche in Italien hatte ihm den Tod gebracht. Elisabeth war untröstlich. Aber sie vergaß nie die Armen und Kranken. Immer häufiger ging sie mit Guda und Isentrud zu ihnen in die Stadt.

Heinrich Raspe, der nun Herr auf der Burg war, verbot Elisabeth, Geld und Gut für die Armen auszugeben. Aber sie ging trotzdem mit Körben und ihren Mägden nach Eisenach, um Brot zu verteilen.

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Einmal hielt Heinrich Raspe sie an und fragte wütend: “Was ist in den Körben?” Elisabeth erschrak und sprach: “Rosen, Herr Raspe, Rosen.” Voll Spott zog Raspe das Tuch von einem Korb. Es lagen wirklich rote Rosen darin. Elisabeth schaute ihre Mägde fragend an, als der böse Schwager weggeritten war. “Ich dachte”, sagte Isentrud, “die Armen brauchen Brot und Rosen. Darum habe ich die Rosen in den Korb gelegt.” Elisabeth dankte ihrer Magd und sprach: “Ich glaube, Isentrud, du hast noch besser als ich erkannt, was die Armen brauchen.”

Elisabeth hatte nur noch Streit mit Heinrich Raspe. Darum verließ sie mit ihren Mägden die Wartburg. Elisabeth suchte für die Nacht ein Zimmer. Aber niemand half ihr, auch die nicht, denen sie oft Brot und Kleidung gebracht hatte. Sie verlor nicht den Mut. Sie sagte: “Wenn sogar Jesus in einem Stall geboren wurde, können auch wir in einem alten Schweinestall schlafen.”

1228/29 gründete Elisabeth in Marburg das Franziskus-Hospitz und pflegte selbst die Kranken, kochte und putzte. Dabei war sie immer sehr fröhlich. Als Elisabeth 24 Jahre alt war, wurde sie selbst sehr krank und starb (17.11.1231). Viele Menschen spürten, dass eine ganz besondere Frau mit ihnen gelebt hatte. Sie brachten Blumen an ihr Grab.
Vier Jahre nach ihrem Tod wurde ihr Sarg in die neu erbaute Elisabethkirche nach Marburg gebracht und sie wurde von Papst Gregor IX heiliggesprochen.

Das Fazit der Kinder:

“Die Heilige Elisabeth von Thüringen hat in ihrem Leben so viel Gutes getan, dass ich sie mir zum Vorbild nehmen möchte”, meint Caroline.
“Aber wir haben nicht so viel Geld, um ein Krankenhaus zu bauen und die Bettler täglich zu versorgen”, geben Maximilian, Patrick und Jonathan zu bedenken.
“Aber es gibt doch auch andere Möglichkeiten, schon als Kinder von acht oder neun Jahren den Menschen im Sinne der heiligen Elisabeth zu helfen”, rufen Aniela, Christine und Tschen Tschen.
“Ich werde zum Beispiel auf Eis oder Kino verzichten und den gesparten Betrag spenden”, sagen Gerard, Yue und Nadine.
“Viele alte Leute sind oft einsam. Meine Uroma oder mein Opa würden sich sicher über einen oder mehrere Briefe von mir freuen”, nehmen sich Jannik und Svea vor. “Richtig, aber auch uns jetzt noch unbekannten Menschen im Altersheim oder Krankenhaus könnten wir mit Briefen oder Besuchen sicher Freude bereiten”, sagen Constanze und Maren.
“Es gibt in unserer Klasse Kinder, die manchmal allein und ohne Freunde sind. Ich könnte in den Pausen oder am Nachmittag mit ihnen spielen oder bei den Hausaufgaben helfen”, meinen Juliane, Tim und Benjamin. “Mein liebstes Kuscheltier habe ich für ein Flüchtlingskind verschenkt. Ich könnte mir vorstellen, dass so etwas häufiger passiert, auch wenn es sehr schwer fällt”, erzählen Vanessa, Elisabeth und Rebecca.
“Wir wollen besonders nett zu unseren ausländischen Mitschülern und Mitschülerinnen sein, damit sie sich bei uns zu Hause fühlen”, nehmen sich Luisa, Katharina und Janina vor. Felix und Johannes schlagen vor beim Umweltschutz mitzumachen. Sie haben viele Ideen, wie man Wasser und Strom sparen kann. Auch werden sie sich immer überlegen, ob ein Weg nicht besser zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln anstatt mit dem Auto zurückgelegt werden kann. “Ich werde später bei Greenpeace mitarbeiten”, fügt Jannik zum Schluss hinzu.